Ärger bei Flugverspätungen

Die neue Schlichtungsstelle für öffentlichen Personenverkehr soll helfen

Wer des Öfteren mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Bahn unterwegs ist, der hat mit Sicherheit schon einmal erlebt, dass es zu Verspätungen gekommen ist. 

Für die meisten Fahrgäste ist dies ein großes Ärgernis, besonders, wenn man auf zuverlässige Ankunftszeiten am gewünschten Zielort angewiesen ist. Ganz besonders ärgerlich sind auch Verspätungen im Luftverkehr. Wer schon einmal mehrere Stunden am Flughafen verbringen musste, weil sein Flugzeug nicht pünktlich gestartet ist, der weiß, wie nervenzehrend dies sein kann. Erschwerend kommt dabei oftmals hinzu, dass sich die Airlines wenig kooperativ darin zeigen, für entstandene Verspätungen einzustehen und für eventuelle Entschädigungen aufzukommen. Eine außergerichtliche Schlichterstelle soll nun Abhilfe verschaffen. Seit dem 1. November hat jeder Fluggast die Möglichkeit, sich bei Ärger mit einer Airline an eine private oder öffentliche Schlichterstelle zu wenden.

Airlines stimmen Konzept der Schlichtunsstellen zu

Leider kommt es nur allzu oft vor, dass die Rechte von Fluggästen, besonders wenn es zu Flugverspätungen oder gar Ausfällen kommt, von den Airlines geflissentlich ignoriert werden. Deshalb gibt es bereits seit Jahren eine hitzige Debatte darüber, ob eine außergerichtliche Anlaufstelle notwendig und hilfreich ist, um solche Missstände zu beseitigen. Und nun ist es tatsächlich soweit: Im Zuge des Gesetzes für Schlichtung im Luftverkehr, welches am 1. November in Kraft trat, sollen sich die Fluggesellschaften einer privaten Schlichterorganisation anschließen. Überraschenderweise zeigen sich viele Airlines bereitwillig, diesem Vorsatz nachzukommen. Sie kündigen an, dem Verein Schlichtung im öffentlichen Personenverkehr (SÖP) beizutreten. Nicht nur deutsche Anbieter wie Lufthansa, Tuifly, Condor, AirBerlin oder Germanwings sind betroffen, sondern auch internationale Gesellschaften wie Delta Airlines, Singapore Airlines oder Air France. Selbst die Billigfluglinie Ryanair ist bereits Mitglied. Ob Easyjet diesem Beispiel jedoch folgt, ist bislang noch unklar.

Zwar war die SÖP bislang vor allem bei Vorfällen von Reisenden mit der Deutschen Bahn aktiv, doch auch für den Flugsektor fühlt sie sich verantwortlich. Und auch im immer weiter wachsenden Fernbusreisesektor steht sie als Schlichtungsstelle zur Verfügung.

Damit auch Reisende zu ihren Rechten kommen, die nicht Kunden eines SÖP-Mitglieds sind, gibt es künftig auch eine öffentliche Anlaufstelle. Diese Behörde ist beim Bundesamt für Justiz in Bonn zu finden.

Kostenfrei, aber unverbindlich

Wichtig für verärgerte Kunden ist es zu wissen, dass eine Schlichtung, egal ob durch die öffentliche oder private Stelle, kostenfrei ist. Jedoch ist auch das Ergebnis des Schlichters letztendlich unverbindlich, das bedeutet, dass die Parteien nicht gezwungen sind, sich daran zu halten. So kann es passieren, dass dem Kunden eine vom Schlichter empfohlene Auszahlung dennoch von der Airline verweigert wird. Einziger Ausweg für den Kunden ist dann nur der Gang vor Gericht.

Voraussetzung für ein Einmischen der Schlichterstelle ist, dass sich der Kunde zuvor mit einem Anliegen erfolglos an die Airline gewendet haben muss. Sollte keine Reaktion erfolgen, müssen zwei Monate abgewartet werden, bevor man sich an die SÖP wenden kann. Die Schlichtungsempfehlungen, die die jeweiligen Ämter aussprechen können, unterscheiden sich stark. So kann das Bundesjustizamt lediglich Empfehlungen bis zu einer Summe von 5000 Euro aussprechen, die SÖP dagegen bis zu 30.000 Euro. Zuständig sind sie jedoch beide lediglich für Privatreisende, die innerhalb Deutschlands starten oder landen.

 

 

Bild: Flughafen © flickr.com/ twicepix

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