Filmmusik übersetzt Emotionen und Bilder in Musik

Bereits wenn die ersten Töne im Radio erklingen, steigen die Bilder im Kopf empor: Filmmusik erinnert dann an emotionale, romantische oder gar actionreiche Szenen. Aktuell bedienen sich die Veranstalter des Koblenzer Spektakels „Rhein in Flammen“ bekannter Filmmusikklassiker.

Sie fokussieren sich auf die 60er Jahre und während das Feuerwerk über Koblenz zu sehen ist, könnte beispielsweise die Titelmelodie zu „Spiel mir das Lied vom Tod“ laufen, denn der Filmklassiker flimmerte ab dem Jahr 1968 über die Leinwand. Grund genug also, sich das Thema Filmmusik in diesem Beitrag einmal genauer anzusehen.

Ein großer Name verschwindet aus der Filmmusik-Branche

Eine Schreckensmeldung aus der Rubrik „Filmmusik“ erschütterte vor wenigen Wochen die Film- und auch Musikfans: James Horner, der Starkomponist, stirbt im Juni 2015 bei einem Flugzeugabsturz. Der 61-Jährige war der Komponist, dessen Arbeit jeder liebte, und den doch keiner wirklich kannte. Er schrieb die Musik für über 100 Filme, wie unter zeit.de kurz nach seinem Tod zu lesen ist. Die wohl bekannteste Filmmusik, für die sich James Horner verantwortlich zeichnete, waren die Klänge von „Titanic“, für die er gleich zwei Oscars erhielt. Aber auch bei den Filmen „Feivel, der Mauswanderer“, „Jumanji“, „Casper“, „Braveheart“, „Karate Kid“ und „The Amazing Spider-Man“ hatte er seine musikalischen Finger im Spiel.

Die Preisträger des Oscars für die beste Filmmusik der letzten 15 Jahre zeigt diese Aufstellung:

Preisträger/Jahr

Film

 

Tan Dun/2001

Tiger and Dragon

 

Howard Shore/2002

Der Herr der Ringe: die Gefährten

 

Elliot Goldenthal/2003

Frida

 

Howard Shore/2004

Der Herr der Ringe: die Rückkehr des Königs

 

Jan Kaczmarek/2005

Wenn Träume fliegen lernen

 

Gustavo Santaolalla/2006

Brokeback Mountain

 

Gustavo Santaolalla/2007

Babel

 

Dario Marianelli/2008

Abbitte

 

A.R. Rahman/2009

Slumdog Millionär

 

Michael Giacchino/2010

Oben

 

Trent Reznor, Atticus Ross/2011

The Social Network

 

Ludovic Bource/2012

The Artist

 

Mychael Danna/2013

Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger

 

Steven Price/2014

Gravity

Alexandre Desplat/2015

Grand Budapest Hotel

Das Genie tritt in den Hintergrund

Wer die ersten Töne von Celine Dions „My heart will go on“ hört, der fühlt sich indes nicht an James Horner erinnert, sondern an die Szene mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet kurz bevor die Titanic den Eisberg rammt und das Unglück beginnt, das im Film anhand einer wahren Geschichte nacherzählt wird.

https://www.youtube.com/watch?v=DNyKDI9pn0Q

Und auch der singende Feivel, der als Mauswanderer, seine Familie vermisst und unter dem Vollmond „Somewhere out there“ anstimmt, stammt aus der Feder von James Horner, der zwar offiziell dafür geehrt wurde, aber nicht vor dem inneren Auge erscheint, wenn das Lied angestimmt wird. Warum? Weil das musikalische Genie gerade bei der Filmmusik in der Regel in den Hintergrund tritt.

https://www.youtube.com/watch?v=wJTV-Tr-L7Q

Der Spezialfall: Filmmusik und Musical-Highlight

Ein filmisches und musikalisches Meisterwerk ist indes “Der König der Löwen”, der im Jahr 1994 erschienen ist und den 32. Zeichentrick-Erfolg der Walt-Disney-Studios begründen sollte. Wäre der „Lion King“, wie er im Original heißt, nur ein Filmmusik-Klassiker, wäre er indes nur einer unter vielen, doch Simba der Löwe, sollte es auch auf die internationalen Musical-Bühnen schaffen. Die bekanntesten Lieder aus dem „König der Löwen“ sind:

·       „Circle of Life“

·       „Hakuna Matata“

·       “Can you feel the love tonight”

In der Kategorie Filmmusik, die von Hans Zimmer, Lebo M, Tim Rice und Elton John beigesteuert wurde, erhielt der Filmklassiker zwei Oscars. Hans Zimmer heimste die Auszeichnung für die beste Filmmusik ein, Tim Rice und Elton John teilten sich die Auszeichnung für den besten Filmsong „Can you feel the love tonight“. Die Herausforderung – den musikalischen Stücken auch afrikanische Klänge einzuhauchen und sowohl dem Zeichentrickcharakter als auch den Emotionen gerecht zu werden, war der Anspruch, der an die Filmmusik gestellt wurde. Und die Forderungen wurden erfüllt: „Circle of Life“ und „Hakuna Matata“ standen auf der Nominierungsliste für den Oscar und der Soundtrack des Films gewann den Grammy Award. Über elf Millionen Exemplare des Soundtracks gingen über die Ladentheke.

Doch aus der Handlung rund um Simba, der seinen Vater Mufasa verliert, von Onkel Scar unter Vorspiegelung falscher Tatsachen vertrieben und bei Timon und Pumbaa in die Philosophie von „Hakuna Matata“ eingeweiht wird, sollte mehr werden als nur ein filmischer Kassenschlager. 1997 wurde die Handlung für ein Musical adaptiert. Seit 1997 ist „Der König der Löwen“ als Musical auf dem Broadway zu sehen. Doch auch im Hamburger Hafen gibt es seit 2001 die Möglichkeit, die Geschichte von Simba und Nala (wenn auch in etwas abgeänderter Form) zu verfolgen.

Mit seiner Verwandlung zum Musical reiht sich der Zeichentrickklassiker neben vielen weiteren Musicals ein, welche die Nordmetropole zu einem attraktiven Ausflugsziel machen. Muscial1.de informiert übersichtlich auf seiner Webseite über alle Musicals, die derzeit in der Hafenstadt zu sehen sind. Weitere nationale Musikevents sind hier nachzulesen. Neben dem „König der Löwen“ gibt es bei „Rocky“ packende Boxkämpfe zu sehen und mit dem „Phantom der Oper“ wird ein wahrer Musical-Klassiker auf der Hamburger Bühne gespielt. Ein wahrlich märchenhaftes Musicalerlebnis verspricht „Aladdin“ und allen Fußballfans wird „Das Wunder von Bern“ empfohlen. Warum Musicals sich wachsender Beliebtheit erfreuen? Weil sie – ähnlich wie Filmmusik – Geschichten in Musikstücken erzählen.

Service-Check

Kontakt

Studio Hotline:
01805 / 333 112*

Studio-E-Mail:
studionospam@radio21.de

*(0,14€/Min. aus dem dt. Festnetz. Mobilfunkhöchstpreis 0,42€/Min.)

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.