Alles muss raus – Einen eigenen Flohmarkt veranstalten

Gebrauchte Bücher, die man nicht mehr liest, Tonfigürchen, die im Regal vor sich hin stauben, Kleidung, die nicht mehr passt – Jeder hat solche Dinge zuhause liegen, die er nicht mehr braucht oder die nicht mehr gefallen.

Schränke, Regale, Dachboden und Keller sind vollgestopft davon und man hat kaum noch Platz für die wirklich wichtigen Dinge. Höchste Zeit, den alten Kram loszuwerden – am besten natürlich gegen Bares, damit man sich davon schöne neue Dinge kaufen oder das Sparschwein etwas aufpäppeln kann.

CDs, Bücher und Co. im Internet zu verkaufen, ist zwar eine gute Option, allerdings immer mit ein wenig Aufwand verbunden: Man muss einen Account anlegen, ordentliche Fotos machen und online stellen, dazu noch die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Stücken angeben. Warum also nicht die Sachen einfach auf einem eigenen Flohmarkt verkaufen? Mit diesen Tipps wird der Flohmarkt bestimmt ein voller Erfolg.

Rechtliche Vorgaben – Das muss man beachten

Ein privater Flohmarkt ist nicht meldepflichtig, solange er auf dem eigenen Grundstück stattfindet, nicht als regelmäßige Veranstaltung angedacht ist und keine Neuware angeboten wird.

Andernfalls muss eine Anmeldung beim Ordnungsamt erfolgen und eine Genehmigung eingeholt werden. Das gilt auch, wenn der Flohmarkt dauerhaft und mit der Absicht, Gewinne zu erzielen, stattfindet. Beim Verkauf von Neuware ist selbst ein einmaliger Flohmarkt zu melden.

Dazu muss man beim Ordnungsamt ein Gewerbe anmelden und die Einnahmen nach §15 EStG versteuern. Den Gewerbeschein, mit dem auch regelmäßige Flohmärkte genehmigt sind, gibt es gegen eine Gebühr von 20 Euro.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte sich bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung erkundigen, ob der Flohmarkt erlaubt ist. Befinden sich Stände oder Tische auf dem Bürgersteig und auf der Straße und damit nicht mehr auf dem eigenen Grundstück, ist auf jeden Fall Rücksprache mit der Verwaltung zu halten, ebenso bei einer gewissen Anzahl an Verkaufsständen.

Um auf dem Flohmarkt Alkohol ausschenken zu dürfen, braucht man eine Ausschankgenehmigung. Und wenn man Musik abspielen möchte, sollte man sich über die Bestimmungen der GEMA informieren.

Bevor es losgeht – Planung und Vorbereitung

Für die Planung eines Flohmarktes ist das Datum natürlich sehr wichtig. Es sollte so gewählt werden, dass es auf ein Wochenende fällt, da dann die meisten Leute Zeit haben. Feiertage sind allerdings eher schlecht, weil viele einen Kurzurlaub machen oder anderweitig verplant sind. In der Ferienzeit wird man ebenfalls eher wenig Zulauf haben, weil dann die meisten Familien für längere Zeit in Urlaub fahren.

Am besten ist es, einen Termin zur Monatsmitte hin zu finden, weil die meisten dann noch recht bereitwillig Geld ausgeben im Vergleich zum Monatsanfang oder -ende. Ansonsten sollte der Tag des Flohmarktes so angesetzt werden, dass ausreichend Zeit für die Vorbereitungen bleibt.

Um die Nachbarn nicht zu verärgern und sie womöglich mit dem Lärm des Flohmarktes in ihrer Wochenendruhe zu stören, sollten sie frühzeitig darüber informiert werden, dass ein Flohmarkt geplant ist und wann er stattfinden soll.

Am besten ist es, das persönliche Gespräch zu suchen und zusätzlich kleine Infozettel im Hausflur aufzuhängen oder in den einzelnen Haushalten zu verteilen, vor allem, wenn die Stände den Bürgersteig in Anspruch nehmen.

Dann fühlt sich niemand vor den Kopf gestoßen und vielleicht schaut der ein oder andere Nachbar ja auch gern als Kunde vorbei. Wer in einer Mietwohnung einen Flohmarkt veranstalten möchte, sollte sich vom Vermieter eine Einverständniserklärung geben lassen. 

Werbung für den Flohmarkt – Geschickt Kunden anlocken

Generell ist es wichtig, potenzielle Kunden rechtzeitig über den Flohmarkt zu informieren und sie mit der passenden Werbung anzulocken. Das geht gut über Infozettel, die man auf Nachfrage in Supermärkten, beim Bäcker, in der Metzgerei, in den Banken oder in der Schule aufhängt. Eben überall dort, wo viele die Zettel sehen können.

Familie und Freunde sollten über das Vorhaben informiert werden. Sie können beim Flohmarkt helfen und über Mundpropaganda dafür sorgen, dass mehr Menschen davon erfahren. Ein Post in den sozialen Netzwerken ist ebenfalls hilfreich, um viele Leute auf einmal über den geplanten Flohmarkt zu informieren.

Um auch am Tag selbst noch Leute zu erreichen, die zu Fuß oder mit dem Auto am Haus vorbeikommen, ist ein Werbebanner sicherlich nützlich. Damit das Banner gut hält und nicht beim ersten Windstoß davonfliegt oder ausreißt, ist es wichtig, vorher das passende Material zu wählen – je nachdem, wo das Banner befestigt wird und wie lange es dort bleiben soll. Denn wenn es viel Wind ausgesetzt ist, muss es so angebracht werden, dass es der Windkraft standhält. 

Verkaufsware auswählen – Das soll verkauft werden

Um die Waren, die auf dem Flohmarkt verkauft werden sollen, zusammenzustellen, sollte man genügend Zeit einplanen. Denn es kann durchaus dauern, alle Schränke, Regale, den Keller und den Dachboden nach potenzieller Verkaufsware abzusuchen und gegebenenfalls zu recherchieren, welchen Wert die Sachen haben.

Generell sollte das Warenangebot für den Flohmarkt vielfältig sein, um eine möglichst breite Masse an potenziellen Kunden anzusprechen. Verkaufen lässt sich im Prinzip alles, doch es gibt bestimmte Waren, die auf einem Flohmarkt besonders gut weggehen:

·      Bücher

·      DVDs und Videospiele

·      CDs und Schallplatten

·      Schmuck

·      Designer-Sachen

·      Antiquitäten

·      Fahrräder

·      Kleidung

·      Kinder- und Babykleidung

·      Spielzeug

Viele Interessenten suchen auch nach preiswerten, gebrauchten Möbeln, um die Wohnung einzurichten. Am reizvollsten sind die angebotenen Waren für Interessenten, wenn sie möglichst wenig Gebrauchsspuren haben, einer Neuwaren recht nah kommen, aber trotzdem um einiges günstiger sind.

Grundsätzlich sollte keine kaputte Ware verkauft werden, es sei denn, sie ist noch reparabel und dementsprechend angepriesen. Das macht sie für Tüftler und Bastler interessant. Doch sonst sollte die Ware ein einem guten Zustand sein und vor dem Verkauf gereinigt werden, damit sie ansprechend aussieht.

Ganz wichtig bei der Auswahl der Ware: Es sollte sich um Dinge handeln, an denen man nicht mehr hängt und die man auch wirklich verkaufen möchte, auch wenn der Preis sehr gering ausfallen kann.

Die Ware bepreisen und ausstellen – So ist es sinnvoll

Die Verkaufsware sollte am besten auf Tischen ausgestellt und ansprechend präsentiert werden. Ein sauberes Tuch als Unterlage macht gleich einen besseren Eindruck als ein nackter Tisch. Außerdem sollten die Verkaufstische so stehen, dass die Interessenten genügend Platz haben, um gemütlich dazwischen durch zu gehen.

Der Raum unter und vor den Tischen kann ebenfalls genutzt werden zum Lagern oder Ausstellen der Ware. Die sollte so arrangiert sein, dass die Interessenten einen guten Überblick über das Angebot haben.

Der Preis der einzelnen Stücke sollte nach dem gewünschten Ergebnis, das der Flohmarkt bringen soll, angesetzt werden: Wer möglichst viel Geld einnehmen möchte, sollte nur qualitativ gute Sachen anbieten und diese entsprechend bepreisen. Wer stattdessen einfach nur mehr Platz schaffen und viele Dinge loswerden möchte, kann im Grunde alles anbieten, sollte dafür aber recht niedrige Preise ansetzen.

Wer lieber handeln möchte, benötigt nicht unbedingt Preisschilder und erhält eventuell mehr Geld. Ansonsten sollte jedes Stück gut sichtbar mit einem Preisschild ausgestattet sein. Die Preise sollten jedenfalls für die meisten Waren zwischen einem und fünf Euro liegen. Alles, was man einfach nur loswerden möchte, lässt sich in einer „Gratis“-Kiste anbieten.

Der eigene Flohmarkt – Jetzt geht es zur Sache

Die Vorbereitungen sind getroffen, der Tag des Flohmarktes ist gekommen – jetzt kann es endlich losgehen. Hier noch ein paar Tipps für einen erfolgreichen Verkauf:

·      Höflich und freundlich den Flohmarktbesuchern gegenüber sein und offen auf sie zugehen – selbst wenn sie nichts kaufen

·      Fair sein und den Interessenten beim Preis auch mal entgegenkommen

·      Tüten, Kartons und Zeitungspapier haben, um gekaufte Ware einzupacken

·      Verkaufte Ware für eine spätere Bilanz notieren

·      Ausreichend Wechselgeld haben

·      Das Geld vor Langfingern sichern

·      Nur Bargeld akzeptieren

·      Taschenrechner haben für größere Additionen

·      Niemanden ins Haus lassen und es abschließen

·      Eventuell Getränke und Kuchen oder ähnliches anbieten

·      Und zu guter Letzt: Spaß am eigenen Flohmarkt haben

Bild: fotolia.com © Hervé Rouveure # 68076260

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