Brandschutz in den eigenen vier Wänden – 5 Tipps für mehr Sicherheit

„My home is my castle“ – ein immer wieder verwendetes Sprichwort, welches auch in Deutschland vor langer Zeit Einzug gehalten hat.

Es sagt aus, dass uns Menschen unsere eigenen vier Wände sehr wichtig sind. Trotzdem kommt es mitunter vor, dass wir in Sachen Brandschutz eher etwas nachlässig agieren. Aus diesem Grund sollen nun 5 wichtige Tipps aufgezeigt werden, mit denen Bewohner grundsätzlich den Brandschutz in den eigenen vier Wänden erhöhen können.

1.     Vorschriften für Rauchwarnmelder beachten

Viele Opfer von Hausbränden sterben nicht durch Verbrennungen, sondern ersticken vorher am Rauch, der sich im Zuge eines Feuers entwickelt. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren die Vorschriften für das Anbringen von Rauchwarnmeldern verschärft. Da diese Vorschriften jedoch Ländersache sind, gibt es immer noch einige Unterschiede in Bezug auf die auszustattenden Zimmer:

Anbringung im Schlafzimmer, Kinderzimmer und rettungsrelevanten Fluren

Anbringung in Aufenthaltsräumen und rettungsrelevanten Fluren

Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Bayern, Saarland

Brandenburg, Berlin, Sachsen, Baden-Württemberg

Abbildung 1: Vorschriften für Rauchwarnmelder in den verschiedenen Bundesländern

Die Unterschiede erstrecken sich zudem auch darauf, wer für die Betriebsbereitschaft zuständig ist. Der Einbau erfolgt in den meisten Fällen über den Vermieter, jedoch ist in vielen Bundesländern der Mieter dafür verantwortlich, dass der Rauchwarnmelder am Ende auch funktioniert. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist es für Mieter schon im eigenen Interesse wichtig, auf die Rauchwarnmelder zu achten.

2.     Ein Feuerlöscher ist für kleine Brände gut geeignet

Wenn sich ein Brand noch nicht zu stark ausgebreitet hat, können Betroffene versuchen, selbst Hand anzulegen. Mit einem geeigneten Feuerlöscher steht das richtige Werkzeug zur Verfügung. Doch in diesem Bereich gibt es große Unterschiede:

Art von Feuerlöscher

Beschreibung

Vor- und Nachteile

Wasserlöscher

Diese Art Feuerlöscher nutzt Wasser als Löschmittel. Dabei wird das Wasser durch hohen Druck als Nebel versprüht.

-       Keine hohen Löschschäden (+)

-       Sehr günstiges Löschmittel (+)

-       Geringe Wartungskosten (+)

-       nur begrenzt in Brandklasse A (feste Stoffe) einsetzbar (-)

-       geringere Löschleistung (-)

-       oftmals nicht sicher vor Frost (-)

-       Wasserschaden möglich (-)

Pulverlöscher

In diesen Löschern kommt sogenanntes „ABC-Pulver“ zum Einsatz, welches sehr salzhaltig ist.

-       Sehr hohe Löschleistung (+)

-       Für die Brandklassen A, B und C geeignet (auch für brennende Gase) (+)

-       Hoher Löschmittelschaden (-)

 

Schaumlöscher

In diesen Feuerlöschern wird ein spezieller Schaum verwendet, der das Feuer erstickt.

-       Kostengünstiger Feuerlöscher (+)

-       Keine hohen Umweltschäden (+)

-       Nicht frosthart (-)

-       Nicht für Brandklasse C geeignet (-)

Kohlendioxidlöscher

Die Kohlendioxidlöscher setzen das Gas CO2 ein und verdrängen damit den Sauerstoff, den ein Feuer benötigt.

-       So gut wie keine Löschschäden (+)

-       Nur für Innenräume geeignet (-)

-       Zu hohe Konzentrationen CO2 können Gesundheitsprobleme verursachen (-)

Abbildung 2: Arten von Feuerlöschern und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile

Die in der Löscherbeschreibung angegebenen Brandklassen A, B und C beschreiben verschiedene Arten von brennbaren Stoffen:

o   Brandklasse A: Feststoffe organischer Natur wie Papier, Holz oder Textilien

o   Brandklasse B: flüssige oder flüssig werdende Stoffe wie Öle, Teer, Lacke oder Benzin

o   Brandklasse C: brennende Gase wie Propan, Wasserstoff, Erdgas oder Methan

 

Wichtiger Hinweis: Ein Fettbrand sollte niemals mit einem herkömmlichen Wasserlöscher gelöscht werden. Dies kann zu explosionsartigen Verpuffungen führen. Gegen einen Fettbrand kann eine Löschdecke sehr hilfreich sein, die am besten in der Küche gelagert wird.

3.     Lagerung brennbarer Substanzen möglichst vermeiden

Eine weitere wichtige Maßnahme zur Vorsorge besteht darin, die Lagerung brennbarer Stoffe möglichst gering zu halten. Dies ist im Alltag natürlich nicht komplett möglich. Trotzdem gibt es einige Maßnahmen, die das Gefahrenpotenzial in diesem Bereich senken:

-       Gelagerten Papiermüll reduzieren: Papier brennt im Normalfall sehr leicht. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, zumindest nicht mehr benötigtes Papier schnell zu entsorgen. Dies entzieht einem möglichen Feuer eine weitere Ausbreitungsgrundlage.

-       Brennspiritus sicher aufbewahren: Auch Brennspiritus gehört zu den Subtanzen, die in vielen Haushalten lagern und nahezu wie Brandbeschleuniger wirken. Um die Gefahr zu verringern, sollten solche Subtanzen weit entfernt von möglichen Brandherden (z.B. die Küche) aufbewahrt werden. Eine Lagerung im Keller eignet sich besonders gut, da dort im Normalfall keine potenziellen Brandherde zu finden sind.

-       Feuerquellen von Kindern fernhalten: Dass Kinder weder Zugriff auf Feuerzeuge noch auf Streichhölzer haben sollten, ist eigentlich selbstverständlich. Trotzdem kommt es immer vor, dass gerade Kinder unbedacht oder aus Neugier mit Feuer spielen und dabei einen Brand auslösen. 

Mit diesen Maßnahmen lässt sich ein Brand in den eigenen vier Wänden zwar nicht ausschließen, aber einige mögliche Brandquellen werden auf diesem Weg ausgeschlossen.

4.     Sorgfalt im Umgang mit Elektronik

Elektrische Geräte gehören zu den besonders häufigen Auslösern für Brände in Wohngebäuden. Dies liegt an der Tatsache, dass es recht viele Fehlerquellen und mögliche Problemfelder gibt. Die folgenden Ratschläge können dabei helfen, die Gefahr eines Elektrobrands deutlich abzusenken:

o   Steckdosenüberlastung vermeiden (nie zu viele Verbraucher an eine Steckdose anschließen, nicht zu viele Mehrfachsteckdosen verwenden)

o   Leitungen, Schalter und Stecker checken (erkannte Defekte sollten nur Fachkräfte reparieren)

o   Elektrogeräte checken (defekte Geräte entsorgen oder von einem Fachmann reparieren lassen)

o   Stets funktionsfähige Sicherungen (keine Sicherungen flicken oder überbrücken)

Sehr viele Menschen wissen gar nicht, welche potenzielle Gefahr von elektronischen Geräten ausgehen kann. Aus diesem Grund ist es für einen guten Brandschutz in den eigenen vier Wänden zusätzlich wichtig, die laufenden Geräte stets im Blick zu haben. Als besonders gefährlich kann es sich erweisen, die Waschmaschine oder die Spülmaschine laufen zu lassen und das Haus zu verlassen. In diesem Fall ist es nicht einmal möglich, noch rechtzeitig die Feuerwehr zu rufen, wenn etwas passiert.

5.     Vorsicht bei offenem Feuer

Kontrolliertes und offenes Feuer ist für uns ein Quell der Gemütlichkeit und Behaglichkeit. Doch so schön ein offenes Kaminfeuer auch ist – es stellt ebenfalls eine Brandquelle dar. Aus diesem Grund ist bei offenem Feuer stets Vorsicht angebracht:

-       Kamin: Ein Kaminfeuer kann auch zu Beginn schon recht empfindlich auf Brandbeschleuniger wirken. Aus diesem Grund ist das Entzünden mit Spiritus tabu. Darüber hinaus sollten Eltern Ihre die Kinder vom offenen Feuer fernhalten, um Verbrennungen zu vermeiden.

-       Kerzen: Kerzen sollten im Normalfall nicht offenstehen, sondern in entsprechenden Kerzenständern oder gar Behältern platziert werden. Auf diese Weise lässt es sich vermeiden, durch die brennende Kerze aus Versehen andere Gegenstände in der Wohnung wie Vorhänge zu entzünden.

-       Weihnachtsbaum: Ein Weihnachtsbaum mit echten Kerzen ist wunderschön, aber auch riskant. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Kerzen richtig zu platzieren. Die Flammen dürfen nicht höherstehende Zweige berühren und sie sollten stets stabilen Stand aufweisen. Darüber hinaus ist es wichtig, Kinder und Haustiere von der Brandquelle möglichst fern zu halten.

-       Grill: Obwohl der Grill im Normalfall nicht in der Wohnung entzündet wird, stellt er dennoch eine Gefahrenquelle dar. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn er mit Brandbeschleunigern wie Spiritus entzündet wird. Die Stichflamme verursacht im schlimmsten Fall lebensgefährliche Verbrennungen. Ferner müssen Eltern auch hier aufpassen, dass die kleinen Kinder dem Grill nicht zu nahekommen.

Offenes Feuer gehört auch heute noch zu unserem Lebensalltag. Wenn wir entsprechende Vorsicht walten lassen, können wir die schlimmsten Brandgefahren geschickt vermeiden.

Fazit

Feuer ist faszinierend und gefährlich zugleich. Auch wenn unser Alltag heute wesentlich weniger mit offenem Feuer zu tun hat als noch vor 100 oder 200 Jahren, sind wir nach wie vor einer nicht zu vernachlässigenden Brandgefahr ausgesetzt. Diese hat sich vor allem durch elektronische Geräte verschärft. Auch wenn sich die Gefahr eines Brandes oftmals nicht vollständig ausräumen lässt, kann ein aktiver Brandschutz dazu beitragen, das Risiko enorm zu senken. Neben den gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Rauchwarnmelder sind auch Feuerlöscher eine sinnvolle Ergänzung. Ferner kann es sinnvoll sein, im Haushalt stets Vorsicht walten zu lassen und insbesondere in Bezug auf Elektrobrände und offenes Feuer keine unnötigen Risiken einzugehen.

Bildquelle: #132586555 | Urheber: stockWERK

 

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