Sommerputz de Luxe - So sieht das Büro nach dem Urlaub aus wie neu

Wenn der Urlaub sich nach seinem Ende auch in gesteigerten Arbeitsleistungen niederschlagen soll, muss man an den letzten Tagen den Putzlappen schwingen.

Nein, man muss sich Urlaub nicht erst durch 200-prozentige Leistungen im Vorfeld verdienen, das ist nur ein großer Urlaubsmythos. Aber man sollte die freien Tage, denn so sieht es auch der Gesetzgeber, nutzen, um seine Arbeitskraft zu erhalten und die Tanks neu aufzufüllen. Und nichts „bombt“ die Moral, die Laune und auch die Arbeitsleistung mehr, als wenn man gleich am ersten Morgen nach dem Urlaub, wenn man eh schon wenig Lust hat, in ein Büro kommt, in dem es aussieht wie nach einem schweren Erdbeben. Da muss man wohl oder übel selber ran – und zwar vor den freien Tagen. Damit das fixer geht, haben wir die wichtigsten Schritte zusammengestellt.

1. Das Axt-Prinzip

Ja, der Spruch ist bekannt und hängt an so mancher Bürotür: „nur Kleingeister halten Ordnung, Genies überblicken das Chaos“ und was bei Einstein funktioniert hat, sollte ja erst recht bei Bodo Kottmöller aus der Rechnungsabteilung funktionieren, oder etwa nicht? Eher nein. Denn obgleich Chaos im Büroalltag durchaus auch positive Seiten hat, geht dabei pro Tag schlicht und ergreifend zu viel Zeit mit Suchen verloren. Der erste Schritt besteht also darin, die große Axt auf dem Schreibtisch zu schwingen – bildlich gesprochen.

Dazu besorgt man sich dem Chaos-Level entsprechende Anzahlen von Ordnern und Ablagen. Ziel ist es, jeden Fetzen Papier vom Schreibtisch auf zwei Stapel zu verteilen:

·       Stapel 1: Wird nach dem Aufräumen sofort der Vernichtung zugeführt

·       Stapel 2: Muss nach dem Urlaub bearbeitet werden und wird der Dringlichkeit entsprechend säuberlich abgeheftet bzw. abgelegt

Den ersten Stapel entsorgt man am besten direkt in den Schredder oder Papiermüll ohne ihn großartig zwischenzulagern. Der zweite wird nun samt den Ordnern in Regale, Hängeregister usw. eingeteilt. Und zwar nicht nach dem Prinzip „aus den Augen, aus dem Sinn“, sondern akkurat beschriftet.

2. Sauberkeit beginnt im Kleinen

Nun, wo der Papierwust weg ist, dürfte sich bei vielen Büroarbeitern die „zweite geologische Schicht“ präsentieren, die aus den anderen Helferlein des Büros besteht: Kaffeetassen, Teller, Kulis, Scheren, Tacker. Eben buchstäblich der ganze Kram, den man täglich immer wieder benötigt und weswegen man deshalb auch zu faul ist, ihn gleich nach dem Benutzen wieder an seinen passenden Platz zu räumen.

Strafe muss sein. Als erstes kommt das ganze Geschirr und Besteck in die Kaffeeküche. Wer nett ist und den Kollegen, die keinen Urlaub haben, keine zusätzliche Arbeit beim Ausräumen der Spülmaschine machen will, der macht es richtig und spült schnell mit der Hand. Doch gerade die drei Wochen alten Kaffeetassen mit den eingetrockneten Überresten werden sich dagegen sträuben. Da heißt es „heißes Wasser und einen Schuss Spülmittel einfüllen“ und in ein, zwei Stunden das Werk beenden.

Zurück im Büro sind nun die Arbeitsmaterialien dran. Zunächst räumt man dafür eine Schublade frei. Und zwar eine, die sich ohne Herumrollen vom Bürostuhl aus erreichen lässt. Das erhöht die Chance, dass man sich nach dem Urlaub eine „Benutzen – wegräumen“-Mentalität angewöhnt. Dann ist „Waffenwartung“ angesagt:

·       Tacker werden neu mit Klammern befüllt

·       Kugelschreiber bekommen neue Minen

·       Bei Scheren einen Tropfen Öl aufs Scharnier geben

·       Cuttermesser mit neuen Klingen versorgen

Nun werden all die einsatzbereiten Geräte in die Schublade einsortiert. Gleiches gilt auch für die herumfliegenden Kleinteile wie Büroklammern und Reißbrettstifte. Die kommen entweder in sowieso schon vorhandene Dosen oder werden in die Pinnwand gesteckt. Anschließend sollte auf dem Schreibtisch nichts mehr herrenlos herumliegen. Sieht schon gut aus, oder?

3. Blinde Putzwut

Die frei und ungeschützt daliegende Arbeitsplatte zeigt jetzt sicherlich die Spuren der vergangenen Monate: Kränze von Tassen und Gläsern, Tintenflecken und natürlich enorme Mengen Staub. Da muss jetzt nochmal alles gegeben werden. Los geht es, indem man sich einen Eimer lauwarmes Wasser mit etwas Allzweckreiniger besorgt – zur Not geht auch ein Schuss Geschirrspülmittel.

Mit einem Lappen (feucht, nicht nass!) wird nun der Schreibtisch gereinigt. Wichtig: Wenn es sich dabei um naturbelassenes Holz handelt, muss man mit äußerster Vorsicht reinigen, da darf nur ganz wenig Wasser dran. Und vorher auch an einer unauffälligen Stelle prüfen, ob der Reiniger irgendwelche Spuren hinterlässt.

In gleicher Weise darf auch der Computerbildschirm gesäubert werden, wenngleich wirklich „streifenfreier Glanz“ sich am besten mit einem Computer-geeigneten Reinigungsspray und einem fusselfreien Tuch erzeugen lässt.

Dann aber wird es nochmal etwas eklig, denn die Tastaturreinigung steht an. Da in den meisten Büros regelmäßig gesaugt wird, bietet es sich nun an, kurzerhand erst einmal das Keyboard auf den Kopf zu stellen und kräftig zu schütteln. Bitte nicht wundern, es werden eine Menge Krümel, Wimpern und sonstiger Schmutz herausfallen. Dann den Stecker ziehen. Die effektivste Reinigungsmethode wäre es nun, spezielle „Keyboard-Reinigungsknete“ zu verwenden. Wo es die nicht gibt, kann man sich mit einem feinen Pinsel behelfen, mit dem man erst die Zwischenräume der Tasten ausfegt und dann anschließend die Oberflächen mit dem feuchten Lappen abwischt. Achtung: Wer die gesteckten Tasten abziehen und ganz gründlich reinigen will, sollte vorher ein Smartphone-Foto machen, sonst darf er hinterher puzzeln.

4. Die Elektronen-Müllkippe

Der physische Teil des Büros sollte an dieser Stelle schon picobello aussehen und einen leichten Reinigungsmittelduft verströmen. Sehr gut, aber dennoch sind wir noch nicht fertig. Denn nun steht das Haupt-Arbeitsgerät von praktisch 100% aller Büroarbeiter an, der Computer.

Das Problem ist, dass selbst ein Computer, dessen Desktop nicht mit „Dateileichen“ überquillt, trotzdem allein durch den Gebrauch langsamer wird. Doch das Ausmisten geht schnell von der Hand:

1.     Den Desktop nach dem gleichen Prinzip aufräumen, wie das Büro: Ein Ordner für Dinge, die nach dem Urlaub erledigt werden und der Rest landet sofort im Papierkorb

2.     Löschen überflüssiger oder doppelter Programme (Bei Windows über Systemsteuerung->Programme deinstallieren)

3.     Die Temporären Dateien entfernen (dazu muss man etwas tiefer in die Ordnerstruktur hineinklicken)

4.     Das Säubern der Autostart-Liste. Dazu Windows-Taste+R auf der Tastatur drücken, im sich öffnenden Fenster msconfig eintippen und dann OK drücken. Es öffnet sich ein weiteres Fenster. Dort oben in den Reitern Systemstart anwählen und Taskmanager öffnen klicken. In der sich nun öffnenden Liste können die Programme, die beim Starten des PCs automatisch mit hochgefahren werden, ein- oder ausgeschaltet werden.

5.     Den Papierkorb mit der rechten Maustaste anklicken und dann auf Papierkorb leeren klicken

Mit diesen wenigen Mitteln wurde viel Müll entfernt. Zwar gibt es noch tiefergreifende Methoden wie das Ausfegen der Registrierungsdatei, diese sind aber eher etwas für Profis, weil man dabei auch viel Unheil anrichten kann. Für den normalen User reichen die bisherigen Punkte aus. Allerdings: Danach sollte man den Computer noch schnell neustarten, damit alle Änderungen auch übernommen werden. Am ersten Arbeitstag wird er dann wie gewohnt (aber mit Sicherheit etwas schneller) hochfahren und seinen Dienst antreten.  

5. Was vergessen?

Die meisten Leser würden jetzt zufrieden lächelnd das Büro schließen, dem Chef fröhlich Tschüüüs zurufen und in den Urlaub verschwinden – und in der Kaffeeküche stehen noch die eingeweichten Tassen. Die sollten jetzt noch schnell mit einem Lappen von den (hoffentlich) gelösten Kaffeerückständen gereinigt und dann sauber ausgespült und weggeräumt werden. Doch dann heißt es aber wirklich

SCHÖNEN URLAUB!

Bildquelle: fotolia.com © thodonal

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