Keine Chance für Heimweh – So wird die erste eigene Wohnung zu einem Wohlfühlort

Die erste Wohnung ist gemietet und die Aufregung ist groß, doch bereits in der ersten Nacht weg von Zuhause setzt das Heimweh ein. Die neue Wohnung ist noch fremd und befindet sich möglicherweise sogar in einer anderen Stadt. Die unbekannte Umgebung verunsichert und die neue Bleibe ist noch nicht mit Erinnerungen behaftet, wie es das alte Kinderzimmer beziehungsweise das gesamte Elternhaus war.

Niemand ist da und in der Stille der Nacht sind seltsame Geräusche im Haus zu hören – vielleicht nur nachbarliches Getue oder doch ein Einbrecher? Sich in der ersten eigenen Wohnung anfänglich fremd zu fühlen und Sehnsucht nach dem alten Zuhause und der Familie zu haben, ist ganz natürlich. Trotzdem kann selbstverständlich etwas dagegen getan werden. Mit einigen Maßnahmen wird die neue Wohnung im Handumdrehen zu einem echten Wohlfühlort und so mit der Zeit ganz automatisch zu einem echten Zuhause.

Woher kommt Heimweh und was kann dagegen getan werden?

Bei Heimweh denken die meisten Menschen an ihre erste Klassenfahrt oder andere Situationen aus ihrer Kindheit bei welchen sie längere Zeit von Zuhause weg und von den Eltern oder anderen Bezugspersonen getrennt waren. Doch Heimweh betrifft keineswegs nur Kinder, auch Erwachsene überkommt die Sehnsucht nach der Heimat immer mal wieder. Besonders häufig ist dies der Fall, wenn junge Menschen das Elternhaus verlassen und in ihre erste eigene Wohnung ziehen. Während tagsüber die Uni oder der neue Job ablenken, ist noch alles in Ordnung. Am Abend, wenn es dann ruhiger wird und die Stille der eigenen und noch fremden Wohnung geradezu spürbar ist, setzt für gewöhnlich das Heimweh ein. Vor allem, dass die Eltern plötzlich nicht mehr so greifbar sind, ist für junge Studierende belastend, gibt die Hochschulpsychologin Bernadett Greiwe gegenüber der Apotheken-Umschau an. Heimweh kann sich dabei bei jedem anders bemerkbar machen. Der eine wird traurig, der andere nervös und wieder ein anderer hat körperliche Symptome, wie zum Beispiel Bauchschmerzen. Gemeinsam haben jedoch alle, dass sie sich nach dem vertrauten Ort der Heimat und nach ihren Lieben sehnen. Doch die Taktiken, die die meisten Menschen instinktiv anwenden, um das Heimweh zu bekämpfen, verschlimmern es meist noch. Wer nach dem Umzug in die erste eigene Wohnung Heimweh hat, sollte nicht nach Hause fahren und auch nicht ständig mit den Lieben daheim telefonieren oder chatten. Dies führt nur dazu, dass die Energie auf das alte Zuhause gelenkt wird und all die Dinge, die dort nun verpasst werden. In der Folge fühlt sich der Betroffene in der neuen Wohnung länger fremd, weil er seine Energie nicht dafür nutzt, sich einzuleben. Nun werden Maßnahmen erläutert, die jeder Einzelne ergreifen kann, um dafür zu sorgen, dass die neue Wohnung möglichst schnell zu einem Zuhause wird.

Kein Geld für Möbel und Co – Kein Problem

Das Elternhaus ist vollständig eingerichtet, die erste eigene Wohnung nach dem Auszug ist allerdings zu Anfang meist nur spärlich möbliert. Natürlich senkt das den Wohlfühlfaktor enorm. Gerade junge Studienanfänger haben jedoch kein Geld, sich vollständig neu einzurichten. Deshalb nun einige Tipps, wie Möbel und Hausrat auch ohne viel Geld angeschafft werden können.

·       Das Elternhaus plündern

Natürlich sollen den Eltern nicht die eigenen Möbel entrissen werden, doch ein Blick in den Keller oder auf den Dachboden lohnt sich. Meist finden sich dort längst vergessene Möbelstücke, wie Kleiderschränke oder Kommoden, aber auch Esstisch, Stühle oder ein gemütlicher Sessel. Alte Holzmöbel können kurzerhand abgeschliffen und neu gestrichen werden. So erhalten sie einen individuellen und auf die neue Wohnung abgestimmten Look. Auch Nachbarn, Freunde und Verwandte dürfen gefragt werden, ob sie nicht noch das eine oder andere ungenutzte Teil im Keller stehen haben, was sie verschenken oder zumindest verleihen möchten. Einige Möbelstücke aus dem Kinderzimmer dürfen auch mit in die neue Wohnung, denn sie sind mit Erinnerungen behaftet und schaffen so im neuen Domizil gleich etwas Vertrautheit.

·       Flohmärkte und Kleinanzeigen durchstöbern

Gerade für den Kauf von Haushaltswaren eignet sich der örtliche Flohmarkt ideal. Für teilweise nur ein paar Cent können da zum Beispiel Küchenutensilien oder Dekorationsartikel erworben werden. Für größere Anschaffungen sind Internetverkaufsplattformen in denen private Anbieter ihre alten Möbel teilweise sogar verschenken, an Selbstabholer versteht sich, eine gute Option.

Wohlfühlatmosphäre schaffen – so klappt es!

Die finanziellen Mittel für eine aufwendige Einrichtung mögen anfangs noch fehlen, eine Wohnung kann unangenehm klein oder ein Zimmer besonders ungünstig geschnitten sein – dennoch gibt es auch hier etliche Möglichkeiten, um mithilfe einiger gezielter Deko-Elemente Wohlfühlstimmung aufkommen zu lassen. Einen wichtigen Teil stellt dabei die Wandgestaltung dar, aber auch die richtige Farbwahl, eine geschickte Anordnung von Möbeln oder der passende Einsatz einzelner Blickfänge trägt zum Gesamtbild der Wohnung bei.

·       Gewusst wie – Farben und Muster kombinieren

Die Umsetzung eines gelungenen Mix aus Farben und Mustern ist oftmals gar nicht so leicht durchzuführen, denn schließlich soll das Ergebnis möglichst harmonisch wirken und nicht etwa unruhig. Zunächst sollte dafür eine Grundfarbe ausgewählt werden, die beispielsweise gut als Wandfarbe dienen kann. Darauf basierend lassen sich Möbelstücke und Textilien auswählen, die entweder derselben Farbfamilie entspringen oder insgesamt neutral sind. Bei Mustern gestaltet sich dies schon schwieriger, denn wer hier zu viele Varianten auswählt, zerstört so die verbindenden Elemente und verbreitet Chaos. Am besten sollten die gewählten Muster daher in mindestens zwei der folgenden Eigenschaften übereinstimmen: Motiv, Größe, Kontrast, Material, Farbton oder Farbintensität. Einige Ideen für den gelungenen Mix aus Mustern und Farben hält wandtattoos.de bereit.

·       Kleine Dekoelemente – große Wirkung

Erst die kleinen Details einer Wohnung machen diese zu einem richtigen „Zuhause“ und sorgen für Gemütlichkeit. Ob Shabby-Chic, romantische Porzellanfiguren oder naturnahe Dekorationen aus Gestecken und Vasen, die gewählte Deko unterstreicht stets die eigene Persönlichkeit. Gleichermaßen macht Dekorieren den meisten Menschen aber auch einfach Spaß, sei es zu einer bestimmten Jahreszeit, zu einem besonderen Feiertag oder in einem beliebten Look wie maritimen Mustern oder weihnachtlichem Rot und Grün. Wer bei der Dekoration lieber auf gängige Trends und modernes Feeling setzen will, der kann sich hingegen von der Ambiente 2015 inspirieren lassen, die die neuesten Designs und Must-Haves präsentierte – unter solebich.de finden Interessierte eine Zusammenfassung.

·       Die Wohnung ins rechte Licht rücken

Die Räumlichkeiten sind klein und ungünstig geschnitten? Mit den richtigen Handgriffen lässt sich trotz allem noch so einiges aus der Wohnung herausholen, etwa durch verschiedene Schattierungen oder passende Möbel. So wirkt das Wohnzimmer direkt größer, wenn es in hellen Farben eingerichtet ist und eine weiße Decke öffnet den Raum nach oben, während niedrige Möbel eine geringe Raumhöhe wieder ausgleichen. Auch ein einheitlicher Bodenbelag wirkt auf das menschliche Auge größer. Zudem müssen kleine Räume nicht zwangsläufig zur Abstellkammer werden, denn hier kann es mitunter sinnvoll sein, Möbel oder Themenwelten entlang der Wand aufzustellen und so einen Rahmen für die Wohnlandschaft zu bilden. Daran kann sich die Möbelausrichtung orientieren, während die Mitte des Raumes gleichzeitig für Wege freibleibt.

Übrigens, ob Möbel verrücken, Wände streichen oder Accessoires austauschen: Veränderungen in der Wohnung sind ganz normal. Wohnpsychologe Uwe Linke warnt allerdings auch: Wenn der Alltag in geregelten Bahnen läuft, steckt hinter ständigem Ausmisten und Renovieren möglicherweise „eine innere Unruhe, an deren Bearbeitung ich mich nicht heranwage“. Was der Wohnstil sonst noch verrät, erläutert der Experte in einem Interview mit der Cosmopolitan.

Der individuelle Stil und persönliche Erinnerungen

Genau, wie die besondere Atmosphäre des Elternhauses mit der Zeit gewachsen ist, muss auch die Atmosphäre der ersten eigenen Wohnung erst wachsen. Aus Erlebnissen, wie Kochabenden mit neuen Freunden oder einem entspannten Wochenende mit Eis und Schnulzenfilmen auf dem Sofa, werden Erinnerungen und mit der Zeit wirkt die neue Umgebung gar nicht mehr so fremd. Um den Wohlfühlfaktor zu steigern, ist es allerdings wichtig, dass der individuelle Stil in die Einrichtung mit einfließt und auch, dass gewisse Erinnerungsstücke ihren festen Platz bekommen. Dabei kann es sich um ein eingerahmtes Familienfoto oder auch einfach die alte Sockenpuppe, die die Großmutter genäht hat, handeln. Diese Erinnerungsstücke sollten jedoch nicht überhand nehmen, sondern sorgfältig ausgewählt sein, sodass noch genug Raum für Neues bleibt. Fotos neuer Bekanntschaften, die Nummer des China-Imbisses um die Ecke oder Ähnliches können zum Beispiel an einer Pinnwand in der Küche Platz finden. Mit der Zeit werden immer neue Dinge hinzukommen, die mit der neuen Umgebung verbinden und somit Vertrautheit und Sicherheit schaffen.

Die Anfangszeit in der ersten eigenen Wohnung ist aufregend, jedoch auch häufig etwas einsam und das Heimweh macht sich nicht selten breit. Nun heißt es tief durchatmen, sich ablenken und vor allem dafür sorgen, dass das neue Domizil zu einem Wohlfühlort wird. Wer weiß, bei der nächsten langen Reise ist dann nicht mehr das Heimweh nach dem Elternhaus das Problem, sondern das Heimweh nach dem ersten eigenen Zuhause.

Bildquelle: © Peter Atkins - Fotolia.com

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