Freispruch für Christian Wulff

Landgericht Hannover sieht keine Beweise für Vorteilsnahme

Nach 14 Verhandlungstagen und begleitet von einem riesigen Medienrummel ist in Hannover der Prozess gegen Christian Wulff zu Ende gegangen - mit einem Freispruch für den Ex-Bundespräsidenten. Am Ende konnte ihm nicht nachgewiesen werden, dass er sich der Vorteilsnahme schuldig gemacht hat.

Dazu ein Kommentar von Radio21-Reporter Stephan Hox:

Also ein bisschen mulmig war uns Prozess-Beobachtern schon zu Mute, als Richter Frank Rosenow den Freispruch verkündete - Christian Wulff verzog nämlich erstmal minutenlang keine Mine - wie immer war er gut und adrett gekleidet - mit dem Bundesverdienstkreuz am Sakkokragen - wenn man so will als Symbol für seine wiederhergestellte Ehre. Dazu passt, dass er sich dann auch noch kurz vor dem Landgericht zum Freispruch äußerte. Es bleibt trotzdem ein komischer Beigeschmack - auch wenn sich der Richter in der Urteilsbegründung wirklich Mühe gab, der Staatsanwaltschaft keine Angriffsfläche für eine Revision zu geben.  Eine Woche bleibt dazu jetzt Zeit. Wulff will das alles erstmal sacken lassen - auf der politischen Bühne werden wir ihn aber ziemlich sicher nicht mehr sehen. Eher schon als Anwalt. Leicht wird es nicht für ihn, glaubt Petra Bahr - die Kulturbeauftragte der evangelischen Kirche hier bei uns in Deutschland. Aus dem politischen Berlin gab es übrigens praktisch keine Reaktionen auf den Freispruch - der Fall Edathy und Merkels Rede vor dem britischen Parlament waren wohl wichtiger. Für viele war es am Ende ein reiner Medien-Prozess, teuer und überzogen, weil es eben eigentlich nur um rund 700 Euro ging - und ein geschenktes BobbyCar. Da ist an einigen Stellen schon übertrieben worden - gibt auch Wulff-Kenner Hans Leyendecker mittlerweile zu. Christian Wulff wird sich zurückmelden, da bin ich mir ziemlich sicher - mindestens, wenn es um seine Themen geht, wie Integration und kulturellen Dialog. Auf das Geld muss er dabei nicht wirklich gucken, denn sein Ehrensold von jährlich rund 217.000 Euro dürfte ihn ruhig schlafen lassen.

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