Die Haushaltshilfe – Aufgaben, Rechte und Pflichten

Mittwoch, 24.07.2019 14:30 Uhr

Es gibt viele Gründe, sich eine Haushaltshilfe zu leisten – auch wenn viele glauben, eine Putzhilfe sei ein Zeichen von Faulheit oder Luxus, der nicht notwendig ist. Eine Putzhilfe kann das Leben enorm erleichtern.

Wer Hausarbeit nicht mag, sich dazu zwingen muss und sich die ganze Zeit nur ärgert über die verschwendete Zeit, sollte ernsthaft eine Haushaltshilfe in Erwägung ziehen. Die Zeit ist dann besser in produktive und schöne Dinge investiert. Eine Haushaltshilfe verschafft Zeit und erledigt meist lästige Arbeiten. Wer Vollzeit arbeitet, hat am Ende des Tages oft nicht mehr so viel Energie übrig, um die Hausarbeit zu erledigen, sich um die Familie zu kümmern und dann auch noch Zeit für sich selbst oder für ein Hobby aufzubringen. Das ist auf Dauer sehr anstrengend. Eine Möglichkeit ist es auch, die Haushaltshilfe nicht regelmäßig ein- oder zweimal die Woche kommen zu lassen, sondern immer wenn ein Fest ansteht, wenn Besuch kommt oder wenn die Wohnung mal wieder auf Vordermann gebracht werden muss.

Diese Aufgaben erledigt die Haushaltshilfe

Die typischen Aufgaben einer Putzhilfe sind Putzarbeiten. Sie kann ziemlich alle Aufgaben im Haushalt übernehmen bis hin zur Erledigung des kompletten Haushalts. Welche Aufgaben die Haushaltshilfe im Einzelnen übernimmt, ist frei verhandelbar. So kann sie einfache Putzarbeiten, wie Staubwischen und -saugen, Grundreinigen von Küche und Bad, Aufräumen, Fensterputzen und andere Aufgaben, wie Blumen gießen, Betten beziehen oder die Müllentsorgung übernehmen. Am besten ist es, eine Liste zu erstellen, in der die Aufgaben genau aufgeführt sind. Eine beispielhafte Liste hat die Verbraucherzentrale NRW zusammengestellt. Darin sollte auch aufgeführt sein, wie oft die Arbeiten zu erledigen sind.

Wichtige Putzutensilien – sie erleichtern die Arbeit ungemein

Bestimmte Putzgeräte und Putzmittel sollten in jedem Haushalt vorhanden sein, egal ob mit oder ohne Haushaltshilfe. Dazu gehört beispielsweise ein gut funktionierender Staubsauger, der später nicht zur Dreckschleuder wird, weil der Feinstaubfilter nicht funktioniert. Einen guten Staubsauger zu finden ist heute, mithilfe des Internets viel einfacher geworden. Unabhängige Haushaltsgerätetests und -bewertungen helfen bei der Kaufentscheidung für den richtigen Staubsauger.

Neben einem guten Staubsauger sind noch weitere Utensilien unerlässlich:

-        ein Eimer,

-        ein Schrubber oder ein Wischmopp,

-        mehrere Wischlappen,

-        eine stabile kleine Leiter oder ein Klapptritt.

Außerdem sind zum Putzen natürlich Reinigungsmittel notwendig:

-        Universalreiniger,

-        WC-Reiniger,

-        Glas- und Oberflächenreiniger.

Mit Mikrofasertüchern lassen sich Putzmittel einsparen, mit einigen Tüchern sind überhaupt keine Putzmittel mehr notwendig. Das Reinigungsergebnis ist dennoch überzeugend. Für spezielle Oberflächen, wie Laminat, Stein oder Holz eignen sich diese Tücher allerdings.

Arbeiten, die die Haushaltshilfe nicht erledigen muss

Wenn die Haushaltshilfe kommt, sollte sie direkt mit ihren vereinbarten Tätigkeiten beginnen können. Es ist sehr hinderlich, wenn die Wohnung nicht aufgeräumt ist und überall Sachen herumliegen. Das erschwert das Putzen oder macht es notwendig erst einmal aufzuräumen. Entweder ist die Wohnung aufgeräumt, wenn die Putzhilfe kommt, oder die Extra-Arbeitszeit muss zusätzlich vergütet werden.

Auch Einkaufen, den Hund Gassi führen oder Babysitting gehören nicht zu den originären Aufgaben einer Haushaltshilfe. Es sei denn, diese Arbeiten sind vertraglich geregelt und die Haushaltshilfe ist damit einverstanden. Wer regelmäßig jemanden braucht, um den Hund auszuführen oder die Kinder zu betreuen, kann damit einen Studenten oder Schüler beauftragen, die sich das Taschengeld aufbessern möchten.

Besondere Arbeiten extra planen und gesondert vergüten

Besonders schwere Putzarbeiten sollten extra geplant und vergütet werden. Wenn die Putzhilfe nur einmal die Woche für wenige Stunden zum Putzen kommt, bleibt keine Zeit für Extraarbeiten. Die Grundreinigung des Backofens, das Reinigen des Kühlschranks, Fensterputzen oder Großreinemachen sind Tätigkeiten, die zu einem Extra-Termin vereinbart sein sollten, beispielsweise einmal im Monat. Doch um Geld zu sparen, lassen sich diese Arbeiten auch selbst erledigen.

Auch körperlich sehr anstrengende Tätigkeiten, wie das Rücken schwerer Kisten oder Möbel, gehören nicht zu den Aufgaben einer Haushaltshilfe. Hier heißt es, professionelle Hilfe suchen oder selbst mitanpacken. Das gilt auch beispielsweise für schwer erreichbare Dachfenster. Sofern es nicht explizit vereinbart ist, gehört auch das Kochen nicht zu den Aufgaben einer Haushaltshilfe. Das fällt in den Aufgabenbereich eines Privatkochs oder einer Privatköchin.

Was geregelt sein sollte

Die Grundvereinbarung, wann und wie lange die Haushaltshilfe in den Haushalt kommt, ist die Basis für die Zusammenarbeit. Wenn in dieser Zeit keiner anwesend ist, braucht sie einen Schlüssel. Putzgeräte, Reinigungsmittel und Ähnliches sollten bereitstehen.

Warum die Haushaltshilfe anmelden?

Wer eine Haushaltshilfe beschäftigt, sollte sie bei der Minijobzentrale anmelden. Das hat für beide Seiten Vorteile. Die Anmeldung ist ganz einfach online oder per Post möglich. Ist der Minijobber bei der Minijobzentrale angemeldet, regelt diese alles Weitere und berechnet zum Beispiel die Sozialabgaben und bucht sie vom Konto ab.

Ist die Haushaltshilfe angemeldet, können jedes Jahr 20 Prozent der Kosten – bis maximal 510 Euro – steuerlich geltend gemacht werden. Die Anmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung ist dabei ebenfalls inklusive. Kommt es wirklich zu einem Unfall während der Arbeitszeit, muss der Arbeitgeber die dadurch entstehenden Kosten nicht aus der eigenen Tasche zahlen.

Auch für die Haushaltshilfe entstehen durch die Anmeldung Vorteile. So gibt es einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Fall einer Krankheit sowie bezahlten Urlaub. Dadurch, dass der Arbeitgeber Pauschalbeiträge an die Rentenversicherung abführt, erwirbt die Haushaltshilfe Rentenansprüche. Wer noch einen Eigenanteil zur Rentenversicherung zahlt, erwirbt sogar einen vollwertigen Rentenanspruch.

Bildquelle: Pixabay © Tumisu (CC0 Creative Commons)

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