Do it yourself - 5 Reparaturen, die sich selbst stemmen lassen

Dienstag, 06.08.2019 11:01 Uhr

Handwerker freuen sich über volle Auftragsbücher. Doch für die Kunden bedeutet dies meist sehr lange Wartezeiten auf einen Termin. Gerade, wenn es mal schnell gehen soll, weil ein Defekt zu beheben ist, macht sich dann Ärger breit.

Dabei ist bei vielen Handgriffen ein Fachmann gar nicht notwendig. Oft braucht es nur ein wenig Werkzeug und etwas Zeit, um kleinere Reparaturen selbst vorzunehmen. Wir zeigen fünf einfache Instandsetzungsarbeiten, die sich im Haushalt bequem selbst erledigen lassen.

1. Risse und Kratzer im Holzboden

Echtholzparkett ist für eine schöne Wohnatmosphäre eine sehr gute Lösung. Doch so schön die Muster auch aussehen – sie sind empfindlich gegen Kratzer, Risse und Löcher aller Art, die durch Stühle, Möbel oder tobende Kinder entstehen können. Glücklicherweise ist dies kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, denn es gibt durchaus Möglichkeiten, diesem Problem zu Leibe zu rücken.

Bei leichten Kratzern oder Rissen funktioniert das Ganze folgendermaßen:

1. Schritt: Zitronensaft mit Pflanzenöl mischen. Die Mischung sollte zu gleichen Teilen aus beiden Zutaten bestehen.

2. Schritt: Ein weiches Tuch mit der Mischung benetzen und dann in Laufrichtung der Kratzer in den Boden einmassieren.

Ein Schwamm mit eventuell rauer Seite sollte hier jedoch nicht verwendet werden, da dies für neue Kratzer sorgen könnte.

Ist der Schaden größer, ist folgende Lösung sehr interessant:

1. Schritt: Kratzer zunächst säubern. Am besten funktioniert dies mit einer Kreditkarte.

2. Schritt: Hartwachs im passenden Holzton mit einem Schmelzer oder einem Lötkolben schmelzen.

3. Schritt: Kratzer mit dem Hartwachs auffüllen. Soll eine Marmorierung nachgeahmt werden, ist es wichtig, mit verschiedenen Tönen zu arbeiten und mit dem hellsten zu beginnen.

4. Schritt: Überstand mit der Kreditkarte oder einem entsprechenden Plastikhobel abhobeln.

5. Schritt: Reparaturstelle mit einem staubfreien Tuch reinigen und den Boden mit einem Siegelstift wieder versiegeln.

6. Schritt: Boden mit Öl polieren.

2. Kaputte Möbel

Schrankwand, Esstisch oder Lieblingssessel – unsere Möbel werden im Alltag ganz schön beansprucht. Gerade Mobiliar, das sehr viel bewegt und genutzt wird, ist anfällig für Schäden. Beispiel: Bei den Vorbereitungen fürs Familiendinner wird mit dem Messer abgerutscht – und die schicke Arbeitsplatte hat einen Kratzer. Aber auch Kinder, die den Sessel als Trampolin benutzen, können für den einen oder anderen Schaden sorgen.

Wie verhalten, wenn beispielsweise ein Möbelfuß abbricht? Entscheidend ist, um welchen Schaden es sich genau handelt: Heute werden Standfüße geschraubt, bei alten Möbeln können sie aber noch mit Dübeln befestigt sein.

1. Schritt: Die Bruchkante mit Schleifpapier glätten. Anschließend die gebrochenen Dübel mit einem Holzbohrer für Bohrmaschine/Akkuschrauber sauber ausbohren. Hierbei bitte vorher Maß nehmen, damit der Bohrer nicht zu tief im Möbelstück landet.

2. Schritt: In das ausgebohrte Loch den neuen Dübel einsetzen. In Baufachmärkten lassen sich diese in unterschiedlicher Größe erstehen. Für eine bessere Haltbarkeit kann der Dübel eingeleimt werden.

3. Schritt: Den Möbelfuß wieder am Möbelstück anbringen. Für eine stärkere Verbindung sorgt die Verwendung von Holzleim, der zwischen den Kontaktflächen aufgebracht wird.

3. Armaturen und Wasseranschlüsse im Bad

Ob es die Mischbatterie am Waschbecken, der Badewanne oder in der Dusche ist: wo regelmäßig Wasser fließt, können Schäden entstehen. Wenn es irgendwo anfängt zu Tropfen, ist meistens eine defekte Dichtung dafür verantwortlich.

Selbst beim Spülkasten an der Toilette kann dies vorkommen. Mit etwas Geschick lässt sich hier jedoch der Deckel abnehmen und das Problem lässt sich meist mit wenigen Handgriffen lösen. Neben einer kaputten Dichtung kann auch der Schwimmer oder ein Ventil für das Leck verantwortlich sein.

Tropft der Duschkopf oder der Wasserhahn, kann meist eine neue Dichtung Abhilfe schaffen. Zu den Vorbereitungen gehört die Prüfung, welchen Durchmesser die neue Dichtung haben muss. Sobald Heimwerker diese in den Händen halten, kann es eigentlich losgehen.

1. Schritt: Schraubverbindung am Hahn lösen.

2. Schritt: Verschlissene Dichtung entnehmen und gegen die neue Dichtung ersetzen.

3. Schritt: Schlauch und Duschkopf wieder verschrauben.

Ist die Dichtung direkt am Brausekopf einer Handbrause oder dem Duschkopf verschlissen, wird es oft auf einen Neukauf hinauslaufen. Wird der Duschkopf ausgetauscht, sollte nicht die alte Dichtung wiederverwendet, sondern immer eine neue Dichtung eingesetzt werden.

4. Gesprungene Fliesen

Risse oder oberflächliche Defekte bei Bad- und Küchenfliesen sind ärgerlich. Nicht jeder Heimwerker traut sich die Reparatur zu. Wichtig ist, dass beim Austausch kompletter Fliesen immer Ersatz vorhanden ist. Wann muss komplett getauscht werden? Gerade bei durchgehenden Rissen ist an den Austausch zu denken.

Sofern eine Fliese nur oberflächlich beschädigt ist, reicht mitunter der Einsatz von Reparatursets. Diese werden entsprechend der Gebrauchsanleitung verwendet. Beim Reparieren durch Austausch ist darauf zu achten, dass immer von innen nach außen und zuerst die Fuge freigeschnitten wird. So bleiben Schäden an den umliegenden Fliesen aus.

5. Schimmel im Bad

Schimmel findet im Bad oft ausgezeichnete Bedingungen vor. Gerade auf den Silikonfugen ist er besonders ärgerlich. Sobald er es sich hier bequem gemacht hat, bleibt es oft nicht beim einfachen abwichen. Haushalte müssen dann mitunter die Fugenmasse entfernen und eine neue Silikonfuge ziehen.

Tipp: Nach dem Entfernen der Fugenmasse mit Silikonentfernern alle Rückstände beseitigen und mit Alkohol reinigen. Vor dem Auftragen des neuen Sanitärsilikons die Fliesen abkleben, um Flecken zu vermeiden.

Auch in Fliesenfugen kann sich Schimmel verstecken. Hier sollten Haushalte besonders genau hinschauen. Andernfalls kann das Ganze zu einem echten Problem werden, bei dem nur noch das Ausschleifen durch Profis hilft.

Fazit: Viele Reparaturen gehen ohne Handwerker

Deutschlands Baumärkte machen – so EHI Branchenzahlen – Umsätze in Milliardenhöhe. Ein Teil davon entfällt auf Heimwerker, die zu Hause selbst Hand anlegen und reparieren. So geht’s nicht nur schneller, es ist oft auch günstiger als der Handwerker. Gerade kleinere Reparaturen in Bad oder Küche sind leicht zu stemmen. Der defekte Spülkasten oder eine Dichtung sind nur zwei Beispiele. Aber: Nicht jede Reparatur ist etwas für Heimwerker. Manchmal werden Profis einfach noch gebraucht.

Zurück

Überall Musik hören

Mit unserer kostenlosen App für iPhone und Android

 

Immer top informiert
mit WhatsApp & Co

Service-Check

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.