Tarifgespräche der Chemie- & Pharmabranche

Montag, 21.10.2019 08:58 Uhr

Auftakt in Hannover

Seit dem 7. Oktober laufen in Hannover die Tarifverhandlungen in der norddeutschen Chemieindustrie. Betroffen sind 66.000 Beschäftigte in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Nun starten heute in Hannover auch die Chemie-Tarifgespräche auf Bundesebene. Hier geht es laut der IG BCE um rund 580.000 Beschäftigte.

Die Verhandlungen in Hannover sind für zwei Tage angesetzt. Die Gewerkschaft IG BCE signalisierte bereits vor Wochen, dass es ihr um mehr gehe als nur ums Geld. Die Arbeitgeberseite argumentiert indes, die Branche stecke in der Krise. Die IG BCE fordert neben einem spürbaren Lohnplus unter anderem ein sogenanntes Zukunftskonto von jährlich 1000 Euro.

Die Idee: Jeder Beschäftigte könnte individuell darüber verfügen und es etwa in freie Tage umwandeln oder für eine längere Auszeit vom Job ansparen. Zu den Forderungen gehört außerdem eine Zusatzversicherung für die Pflege, die Lücken der gesetzlichen Vorsorge schließen soll – nach Angaben der Gewerkschaft wäre das ein bundesweites Novum. Zudem soll es angesichts der Digitalisierung eine Qualifizierungsoffensive geben.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) dämpfte die Erwartungen und verwies darauf, dass die Branche für 2019 einen Umsatzverlust von fünf Prozent erwarte. Die Industrie befinde sich in einer Rezession, Spielraum für höhere Löhne gebe es daher nicht. Zudem müssten die Unternehmen viel Geld in Digitalisierung, Klimaschutz und E-Mobilität investieren, um für den Strukturwandel gewappnet zu sein. Auch beim Thema Arbeitszeit mauert die Arbeitgeberseite: «Eine Verschärfung des Fachkräftemangels auch noch mit einem Zukunftsbetrag zu finanzieren, geht in die völlig falsche Richtung», hieß es.

 

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