Auf der Nordseeinsel Borkum hat heute ein Klimacamp von Fridays for Future und der Deutschen Umwelthilfe begonnen. Mehrere Hundert Teilnehmende wollen bis Sonntag gegen die geplanten Gasbohrungen im Wattenmeer protestieren.
Hintergrund: Das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat dem niederländischen Energiekonzern One-Dyas vor Kurzem die Genehmigung erteilt, ein Gasfeld in der Nordsee zu erschließen. Ab Dezember sollen dort Bohrungen starten. In dem Gebiet werden rund 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas vermutet – fast so viel, wie Deutschland in einem Jahr verbraucht. Befürworter sehen darin eine Chance, unabhängiger von Importen aus Norwegen zu werden.
Kritiker hingegen warnen vor massiven Schäden für Natur und Klima. Sie sprechen von einer „Schweinerei“ und werfen der Politik Rückschritt vor. Mit dem Klimacamp wollen die Organisatoren ein deutliches Zeichen setzen. Geplant sind Workshops, Podiumsdiskussionen, Konzerte und als Höhepunkt am Freitag ein großer Klimastreik mit Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Beteiligung von Insulanerinnen und Insulanern.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hält die Gasförderung grundsätzlich für notwendig, betont aber: Sollten die Bohrungen erhebliche Umweltgefahren mit sich bringen, müsse das Projekt gestoppt werden. Klar ist: Auf Borkum wird in den kommenden Tagen intensiv über die Gaspläne diskutiert.
Donnerstag, 04.09.2025 12:25 Uhr
